Thursday, December 28, 2006

Clouds in my Coffee

Wer erinnert sich noch? Das „Bündnis für Erziehung“ war angetreten, die Wertevermittlung an Kinder und Jugendliche voranzubringen. War was? Sollte für die Jugend nicht „Schluss mit lustig“ sein? Welche Werte sollten unter das Jung-Volk gebracht werden? In Ermangelung offizieller Stellungnahmen nehmen wir mit Peter Hahne vorlieb, der in dem Buch „Schluss mit lustig“ den Takt der Wertereform vorzugeben sich bemüht. Er schreibt: „Was meinen wir (!), wenn wir von Werten sprechen […] Werte sind die Vorstellungen, die in einer Gesellschaft allgemein oder zumindest von vielen als wünschenswert anerkannt sind. Werte wollen und sollen Orientierung geben […] Werte wie Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Treue […] Gottesfurcht, Nächstenliebe […] Toleranz, Freiheit, Gleichheit […] Wohlstand […]. Tugenden schließlich sind die Fähigkeiten, sich gemäß den einzelnen Werten zu verhalten […]. Da gibt es christliche Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) und moralische (Aufrichtigkeit, Mitleid, Großzügigkeit, Mäßigung). Von Bedeutung sind jedoch auch die so genannten Bürgertugenden wie Mut, Fleiß, Höflichkeit, Anpassungsfähigkeit.“Dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland kann entnommen werden, dass Verantwortung für eigenes Handeln und die Würde des Menschen gesellschaftliche Werte sind, denen der Staat und denen seine Staatsbürger verpflichtet sein sollen. Irritierender Weise tauchen diese Begriffe in Hahnes Buch und, so weit von hier ersichtlich, in der Werte-kampagne nicht auf. Ziel einer Erziehung nach den Werten des Grundgesetzes wäre in erster Linie, den einzelnen Menschen zu befähigen, Verantwortung für sein Leben und für andere Menschen zu über-nehmen, seine eigene Würde zu erkennen und zu begreifen, die Würde anderer Menschen zu achten und die gesellschaftlichen Umstände so zu gestalten, dass diese Werte gelebt werden können.Das wird schwierig sein, wenn man die Liebe unter die Tugenden (also unter „Fähigkeiten“) rechnet und Pflichtbewusstsein, Fleiß und Pünktlichkeit unter die Werte, also unter die Vorstellungen, die in einer Gesellschaft allgemein als wünschenswert anerkannt sind (s.o.) und die von den Tugenden umgesetzt werden sollen.Zumal müsste für Christen die Zuordnung der Liebe zu den Tugenden, nach Peter Hahnes eigener Definition, schier unbegreiflich sein. Schließlich sagt Paulus: „[…] ich will euch einen noch besseren Weg zeigen […] die Liebe ist das Größte.“ Sie ist der größte Wert und nicht die größte Tugend. Und die Liebe bläht sich nicht auf und schreibt auch keine Bücher, in denen protestierende und demonstrierende Menschen als „Mob“ bezeichnet werden, wie Peter Hahne es tut.
Die Tatsache, dass Würde und Verantwortung in der Wertekampagne nicht auftauchen und der dritte große Begriff, nämlich „Freiheit“, oftmals in negativem Zusammenhang (Über-steigerung der Individualität, Egoismus etc.), wiegt schwerer als man denken könnte. Der Fortbestand der Zivilgesellschaft, der Offenen Gesellschaft, hängt nicht davon ab, ob ihre Bürger fleißig sind oder sich anständig benehmen können. Nach Karl Popper gründet eine Offene Gesellschaft darauf, dass die Bürger bereit sind, zu akzeptieren, dass es keinen gesell-schaftlichen Determinismus gibt und dass jede Regel des gesellschaftlichen Zusammenlebens grundsätzlich dafür als offen angesehen werden muss, widerlegt zu werden. Was von einer gesellschaftlichen Ordnung nach Popper verlangt wird, ist, diese Offenheit für eine Über-prüfung sicherzustellen. Die Möglichkeit einer Überprüfung von Regeln ist Teil der menschlichen Würde, seiner Verantwortung und seiner Freiheit.
Die Kampagne für Werte, hier am Beispiel von Peter Hahnes Buch, geht in die genau entgegen gesetzte Richtung: Regeln sind zu formulieren, die nicht hinterfragt werden dürfen, Verhaltensweisen sind einzuimpfen, die allgemein anzuerkennen sind.Wenn, was der Himmel verhüten möge, demnächst Kinder in Schuluniformen, wie gelegentlich vorgeschlagen, morgens pünktlich und pflichtbewusst zum schulischen Fahnenappell antreten sollten, dann wäre das Abendland mal wieder untergegangen und die Chance, dass Menschen in Verantwortung, Würde und Freiheit leben können, ein gutes Stück kleiner geworden.Hahne und andere an der Wertediskussion Beteiligte kommen aus dem christlichen Spektrum. Nun gut, auch ich, halte ich dafür, habe den Heiligen Geist empfangen und möchte im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben, dem Vertrauen auf Gott, folgendes sagen: Die Frage des Pilatus ( ): „Was ist Wahrheit?“ hat Jesus unübertrefflich beantwortet: „Ich bin die Wahrheit.“ Die Wahrheit, nach der ein Nachfolger des Messias strebt, ist lebendig. Sie findet nur der, der sie sucht und derjenige, der frei ist zu suchen, denn: „Wer mich sucht, der findet mich.“ Das erfordert ständiges Forschen, Überprüfen und beständige Achtsamkeit. Wer meint, die Wahrheit besitzen zu können, ist ein Gefangener seiner eigenen Gedanken und ist immer in der Versuchung, auch andere Menschen gefangen zu nehmen.Nun ist die Gefahr, dass der Offenen Gesellschaft der Garaus gemacht wird, so groß ja nicht. Das Rad zurückzudrehen dürfte schwer fallen und es erscheint auch fraglich, ob das wirklich gewollt ist. Wenn auch die Super-Nannys der Nation festgestellt haben wollen, dass Kinder nach Regeln, Grenzen, Werten etc. Verlangen hätten, so lässt sich aus dem Alltag einer Jugendbegegnungs-stätte demgegenüber feststellen: Was junge Menschen zu aller erst brauchen und haben wollen ist Annahme, Zuwendung und Anerkennung ihrer Persönlichkeit. Die Liebe ist immer noch das Größte

Monday, December 18, 2006

Ins Gespräch kommen, im Gespräch bleiben




"Für Sprachpuristen sind harte Zeiten angebrochen. Denn nach der "political correctness" geht es nun der "linguistic correctness" an den Kragen. Was an der Peripherie der großen Industriestaaten, in den ehemaligen Kolonien, längst Realität ist, hat nun auch das Zentrum, die Metropolen des Westens, eingeholt: Wir werden Ohrenzeugen einer Kreolisierung der Sprache, der Auflösung einer homogenen Sprachordnung in einem flukturierenden Sprachengemisch. Man braucht nur ein wenig die jugendlichen Kommunikationspraktiken auf Schulhöfen, an Imbissständen, in Diskotheken oder S-Bahnen zu belauschen, und man erhält einen sinnlichen Eindruck jener zwei dominanten Sprechstile, die zum führenden Jugend-Soziolekt aufgestiegen sind: Es triumphieren der Balkan-Slang und das gebrochene Türken-Deutsch. Jugendliche schlüpfen in die Rolle des "Ethno-Prolls" (Feridun Zaimoglu) und bedienen sich des harten, proletkultischen Balkan-Slangs, jener Mixtur aus inszeniert monotonem Tonfall, verfremdeten Vokalen, rollendem "R" und vereinfachtem Satzbau. Sie alle kultivieren in den schillerndsten Varianten einen grammatischen Anarchismus, der alle syntaktischen und semantischen Regeln aus den Angeln hebt."
Soweit ein Zitat aus der Zeitschrift "Freitag" (http://www.freitag.de/2000/22/00221302.htm). Das ist vielleicht gar nicht so schlimm, könnte man meinen, die Jugend hatte schon immer eine eigene Sprache. Allerdings ist der Pisa-Studie zu entnehmen, dass viele Jugendliche gerade in kommunikativen Fähigkeiten starke Mängel zeigen. Sich vernünftig und verständlich (möglichst in ganzen Sätzen) ausdrücken zu können, die freie Rede auch im kleinen Rahmen zu beherrschen, ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen, um persönliche Ziele zu erreichen, Erfolg zu haben und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Im Father's House werden daher ab Januar 2007 Dialog- und Rhetorik-Trainings für Jugendliche angeboten. Es soll gelernt werden, natürlich aufzutreten, Zusammenhänge schneller zu erfassen und neben dem coolen Jugendslang klar und deutlich zu formulieren. Durch das Training wird sich auch die Konzentrationsfähigkeit der Teilnehmer erhöhen. Wir erwarten, dass sich die Chancen der Jugendlichen, ein gutes Referat in der Schule zu halten oder ein Bewerbungsgespräch erfolgreich durchzustehen, erheblich verbessern werden.


Schreiben wird dann das nächste Projekt

Wednesday, December 06, 2006

Armutsstatistik

Wohlfahrtsverbände schlagen Alarm
Große Wohlfahrtsverbände in Deutschland haben Konsequenzen aus der jüngsten Armutsstatistik gefordert. Das Arbeitslosengeld II müsse um 20 Prozent auf 415 Euro aufgestockt werden, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Werner Hesse, den Dortmunder "Ruhr Nachrichten".

Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt, forderte mehr gezielte Investitionen in Bildung und Betreuung. "Wir müssen den Teufelskreis von Armut und Bildungsnachteilen aufbrechen", sagte er der "Braunschweiger Zeitung".
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland 13 Prozent der Bürger von Armut bedroht oder arm. Im Jahr 2004 waren demnach 10,6 Millionen Menschen betroffen - unter ihnen 1,7 Millionen Kinder unter 16 Jahren.

Futtern wie bei Muttern






Die Küche hat ihren Dienst aufgenommen, wenn auch vorerst noch eingeschränkt. Hier kannst du futtern wie bei Muttern: "Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!" "Sitz gerade und schmatz nicht!"




Das Menue ist sparsam, macht aber satt.