Magenknurren in Mathe
Julia Haak und Tobias Miller (aus: Berliner Zeitung, 15.5.07, gekürzt)
Wenn in der Neumark-Grundschule die Mittagspause beginnt, gibt es nur für die wenigsten Kinder ein warmes Essen. Dabei ist die Einrichtung im Schöneberger Norden eine Ganztagsgrundschule, bei der der Unterricht bis 16 Uhr dauert. Immer mehr seiner Schüler müssen den langen Schultag ohne warmes Essen aushalten, kritisiert Schulleiter Ulf Schröder. Denn derzeit haben die Eltern von nur 98 der 320 Neumark-Schüler einen Vertrag mit dem Essenslieferanten abgeschlossen. Von den anderen Kindern haben viele eine Brotbox dabei oder ein wenig Geld für die Schüler-Cafeteria. Aber rund ein Drittel bringe täglich gar nichts mit, sagt Schröder. Acht Stunden ohne Nahrung. Da kann in der Mathestunde schon mal heftig der Magen knurren.
Hungernde Kinder an den 46 Berliner Ganztagsgrundschulen seien leider keine Seltenheit mehr, warnt Erhard Laube, Vorsitzender der Vereinigung Berliner Schulleiter, eine Gruppierung innerhalb der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Die Kinder müssen zwar von 8 bis 16 Uhr in der Schule bleiben, aber den Eltern sei freigestellt, ob sie mit dem Essenslieferanten einen Vertrag abschließen. Je nach Angebot koste der zwischen 42 und 50 Euro im Monat, weil er, anders als an den Grundschulen mit Hortbetrieb, nicht subventioniert wird.
Gerade in den sozialen Brennpunkten könnten oder wollten sich viele Eltern den Beitrag nicht leisten, sagt Mario Dobe, Leiter der Kreuzberger Hunsrück-Grundschule und Vorsitzender des Ganztagsschulverbandes Berlin. Die Folge: An der Hunsrück-Grundschule in Kreuzberg hilft hin und wieder die Berliner Tafel aus. "Wir verteilen dann, wenn was vom Essen übrig bleibt. Dann gibt's wenigstens Kartoffeln mit Soße", sagt ein Schulleiter. Oder hungrige Schüler fragen einen Klassenkameraden, ob der mit ihnen das Pausenbrot teilt.
Ein warmes Mittagessen ist aber für die Schullaufbahn der Kinder entscheidend. "Wenn man nichts isst, kann man schlechter denken, weil das Gehirn nicht ausreichend mit Zucker versorgt wird", sagt Gisela Olias vom Ernährungswissenschaftlichen Institut in Potsdam-Rehbrücke. Es komme zu Durchhängerperioden.
Berliner Zeitung, 15.05.2007
Wenn in der Neumark-Grundschule die Mittagspause beginnt, gibt es nur für die wenigsten Kinder ein warmes Essen. Dabei ist die Einrichtung im Schöneberger Norden eine Ganztagsgrundschule, bei der der Unterricht bis 16 Uhr dauert. Immer mehr seiner Schüler müssen den langen Schultag ohne warmes Essen aushalten, kritisiert Schulleiter Ulf Schröder. Denn derzeit haben die Eltern von nur 98 der 320 Neumark-Schüler einen Vertrag mit dem Essenslieferanten abgeschlossen. Von den anderen Kindern haben viele eine Brotbox dabei oder ein wenig Geld für die Schüler-Cafeteria. Aber rund ein Drittel bringe täglich gar nichts mit, sagt Schröder. Acht Stunden ohne Nahrung. Da kann in der Mathestunde schon mal heftig der Magen knurren.
Hungernde Kinder an den 46 Berliner Ganztagsgrundschulen seien leider keine Seltenheit mehr, warnt Erhard Laube, Vorsitzender der Vereinigung Berliner Schulleiter, eine Gruppierung innerhalb der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Die Kinder müssen zwar von 8 bis 16 Uhr in der Schule bleiben, aber den Eltern sei freigestellt, ob sie mit dem Essenslieferanten einen Vertrag abschließen. Je nach Angebot koste der zwischen 42 und 50 Euro im Monat, weil er, anders als an den Grundschulen mit Hortbetrieb, nicht subventioniert wird.
Gerade in den sozialen Brennpunkten könnten oder wollten sich viele Eltern den Beitrag nicht leisten, sagt Mario Dobe, Leiter der Kreuzberger Hunsrück-Grundschule und Vorsitzender des Ganztagsschulverbandes Berlin. Die Folge: An der Hunsrück-Grundschule in Kreuzberg hilft hin und wieder die Berliner Tafel aus. "Wir verteilen dann, wenn was vom Essen übrig bleibt. Dann gibt's wenigstens Kartoffeln mit Soße", sagt ein Schulleiter. Oder hungrige Schüler fragen einen Klassenkameraden, ob der mit ihnen das Pausenbrot teilt.
Ein warmes Mittagessen ist aber für die Schullaufbahn der Kinder entscheidend. "Wenn man nichts isst, kann man schlechter denken, weil das Gehirn nicht ausreichend mit Zucker versorgt wird", sagt Gisela Olias vom Ernährungswissenschaftlichen Institut in Potsdam-Rehbrücke. Es komme zu Durchhängerperioden.
Berliner Zeitung, 15.05.2007


3 Comments:
und da stehts bereits
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/spezial/dossiers/armut_in_deutschland/77942/index.php
Der Artikel an sich, der Hinweis darauf und die Thematik ist durchaus interessant. Trotzdem würde ich mir abgewöhnen, Zeitungsartikel abzuschreiben. ;)
Danke für den Kommentar. Bedenken Sie bitte, dass Berliner Tageszeitungen außerhalb Berlins nicht gelesen werden. Außerdem ist das Thema auch für Kinder und Jugendliche interessant. Die lesen aber so gut wie keine Zeitung, jedenfalls so weit wir das im Fathers House beobachten können. Insoweit ist der Kreis der Blogleser vielleicht tatsächlich größer als der einer Tageszeitung, sage ich mal übermütig.
Die Mühe, Artikel abzutippen, muss man sich nicht machen. Der Text wird einfach kopiert.
Gruß Manfred von Beinen
Hi Manfred, schön dass du auf einen der Kommentare mal geantwortet hast. Schön, wie du dir das denkst, mit deinem Blog und den Lesern. Nur darfst du nicht vergessen, daß die Artikel der Berliner Tagespresse im Internet überregional zu lesen ist, und über google thematisch gefunden werden. Beim Bloggen ist es unüblich ganze Artikel zu kopieren, weil mit Verlinkung gearbeitet wird. Hast du eigentlich mal Lust, dein Profil etwas klarer auszuarbeiten?
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